25.06.2018

Die vorausschauende Wartung und ihre Zukunft

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Die Kaffeemaschine im Personalbüro zickt mal wieder rum, zum Glück ist ja morgen eh Wartungstermin. Bei der Kaffeemaschine ist es auch nicht so tragisch, wenn die mal einen Tag nicht geht. Anders sieht das bei komplexen Maschinen in der Industrie aus. Plötzlich geht ein winziges Verschleißteil kaputt und schon ist die ganze Produktion in Gefahr, ganz abgesehen von den hohen finanziellen Verlusten, die durch solch einen Ausfall drohen. Die Lösung schlechthin scheint die vorausschauende Wartung zu sein – Predictive Maintenance geistert durch die Industriewelt. Längst nicht mehr nur als Idee, sondern schon erprobt und eingesetzt in Produktionen in Deutschland und der Welt. Wichtig sind dafür jede Menge Daten. Sensoren messen an wichtigen Bauteilen der Maschinen 24 Stunden und 365 Tage im Jahr beispielsweise den Druck, die Temperatur und die Vibrationen, denen das Bauteil ausgesetzt ist. Die Daten der Sensoren gehen an eine zentrale Stelle, wo sie ständig von einer entsprechend programmierten Wartungs-Software auf mögliche Symptome und Begleiterscheinungen hin überprüft werden. Gibt es bei den Daten ungewöhnliche Veränderungen, kann das System den menschlichen Techniker frühzeitig vor einem Ausfall warnen, so dass es gar nicht erst dazu kommt. Im Idealfall ist dann sogar schon das passende Ersatzteil zu Hand, denn die Wartungssoftware kann zum Beispiel bei erhöhter Abnutzung eines Bauteils, selbstständig eine Bestellung aufgeben.

Technischer Schnickschnack oder wirklich DIE Zukunft der Industrie?

Immer wieder taucht der Begriff „Industrie 4.0“ in Zusammenhang mit der vorausschauenden Wartung auf. Damit ist die vierte industrielle Revolution gemeint, alles wird digital. Eine riesige Herausforderung für die Industrie. In die vorausschauende Wartung wird in diesem Zusammenhang große Hoffnung gesetzt. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Staufen-Neonex erwarten 73 Prozent der 394 befragten Firmen, dass die vorausschauende Wartung in der Automobilindustrie in Zukunft besonders gefragt sein wird, schreibt die WirtschaftsWoche. In der Automobilindustrie läuft in der Produktion vieles automatisiert, fällt etwas aus, geht es direkt um riesige finanzielle Verluste. Die vorausschauende Wartung macht also dort Sinn, wo schon viel automatisch läuft. Wo komplexe Maschinen rund um die Uhr funktionieren müssen.
Fakt ist: Wenn eine Maschine ausfällt, dann hat das meist nichts mit einem Verschleißteil zu tun, sondern eher mit dem Mitarbeiter, der die Maschine bedient. Produktionen, bei denen noch viele Mitarbeiter an den Maschinen stehen, sollten sich daher eher Gedanken darum machen, wie sie menschliche Fehler ausschließen können. Denn dabei kann die vorausschauende Wartung nicht helfen.

Maschinen mit dem Smartphone bedienen

Es gibt schon jetzt Lösungen für mittelständische Unternehmen, die wesentlich unkomplizierter und einfacher in der Anwendung sind. Ein Beispiel ist der QR-Code auf Maschinenteilen - einfach einzulesen mit dem Smartphone oder Tablet. Dort gibt es dann die Betriebsanleitung, Einbau-Videos oder auch den Online-Shop für die Ersatzteile. Darüber kann dann auch schon dokumentiert werden, wann welches Bauteil bestellt wurde, wie lange das Ersatzteil gehalten hat und wann wieder ein neues Bauteil bestellt werden muss. Eine gute Alternative zur Predictive Maintenance für produzierende Betriebe, bei denen noch viel per Hand und nicht per Roboter erledigt wird.

Wie sieht die Zukunft der Industrie aus? Bleib am Puls der Zeit und bilde dich weiter, mit uns, der BildungsAkademie Graf GmbH.


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