26.09.2019

New Work – was bedeutet das eigentlich genau?

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Wenn es um die Arbeitswelt der Zukunft geht, dann fällt häufig der Begriff New Work. Aber was genau soll denn diese „neue Arbeit“ sein? Es ist eine Utopie, also eine Vorstellung von dem perfekten Arbeitsplatz, den es in Wirklichkeit noch nicht gibt. Diese Utopie stammt von Sozialphilosoph Frithjof Bergmann. Dabei geht es darum, dass aufgrund der Digitalisierung, der Globalisierung und gesellschaftlichen Änderungen die traditionelle Arbeitsweise nicht mehr zukunftsfähig ist. Die Arbeitnehmer von morgen legen mehr Wert auf Flexibilität und Selbstverwirklichung.

Worum geht es bei New Work?

Weg vom Kapitalismus hin zur individuellen Förderung von Mitarbeitern, Entfaltungsmöglichkeiten für jeden, ohne feste Hierarchie. Das klingt abgehoben, unmöglich? Es ist eben eine Utopie, die in einigen Unternehmen in kleinen Schritten umgesetzt wird. Das fängt dabei an, dass zum Beispiel beim Dresscode Lockerungen stattfinden. Zum Anzug muss keine Krawatte mehr getragen werden, Sneaker dazu und fertig ist der lockere New Work Style. So können Mitarbeiter ihre Individualität zeigen. Darum geht es bei New Work, den einzelnen zu betrachten, Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. Wichtig sind da auch flexible Arbeitszeiten und andere Arbeitsorte wie das Home-Office, der Coworking Space oder andere Orte, an denen kreativ und innovativ gearbeitet werden kann.

Warum habe ich von New Work bisher nichts gemerkt?

Die Ideen von New Work werden meist dort umgesetzt wo besonders großer Fachkräftemangel herrscht. In Unternehmen, die Probleme haben Mitarbeiter zu finden, haben Angestellte die Chancen ihre Forderungen umzusetzen. Das betrifft aktuell vor allem die IT-Branche und andere technische Branchen. In der Pflege oder im Handwerk fehlen ebenfalls genug Fachkräfte. Trotzdem sind viele Betriebe noch weit entfernt von der Umsetzung der New Work Idee. Das liegt daran, dass viele deutsche Unternehmen nicht mit der Zeit gehen. Sie verbringen lieber Zeit damit sich über die junge Generation zu beschweren, die angeblich nicht mehr arbeiten will und bremsen sich damit im internationalen Wettbewerb selbst aus. Sätze wie „Das war schon immer so, warum sollen wir das ändern?“ sind Ausdruck der verkrusteten Strukturen in Deutschland. Diese Kruste, die starren Hierarchien, gilt es aufzulösen.

Gute Beispiele für New Work

Natürlich gibt es Jobs, die nicht im Home-Office oder anderswo gemacht werden können, beispielsweise in der verarbeitenden Industrie. Aber auch in diesen Branchen gibt es Möglichkeiten New Work Ideen umzusetzen. Bei der BMW Group gibt es beispielsweise das Konzept „Reverse Mentoring“. Da bringen Auszubildende den Führungskräften bei wie sie Social-Media im Job nutzen können. Das motiviert die Azubis und sorgt dafür, dass sie sich als wichtigen Teil des Unternehmens begreifen. Es gibt genügend Studien, die belegen, dass es den jungen Menschen vor allem um sinnstiftende Tätigkeiten geht. Sie möchten Teil von etwas Sinnvollem sein.
Kein Kind hat je gesagt: „Auja, ich möchte mal Akkord am Fließband arbeiten.“ Deshalb wird bei New Work die künstliche Intelligenz als Gewinn gesehen und nicht als Bedrohung, die Jobs vernichtet. Mit Hilfe der KI werden den Mitarbeitern lästige Aufgaben abgenommen und es ist Zeit für kreative, sinnvolle Tätigkeiten und die Arbeit wird sogar körperlich nicht mehr so belastend. Ein Beispiel ist der Handwerksbetrieb Eigenstetter, eine mittelständische Tischlerei, die einen Roboter für die schweren Arbeiten angeschafft hat, um die Mitarbeiter zu entlasten. Bei der technischen Einführung wurden alle Mitarbeiter auf Augenhöhe mit einbezogen, dadurch wird der Roboter als Hilfe und nicht als Jobvernichter betrachtet.
Es gibt nicht die eine New Work Lösung. Jedes Unternehmen muss sich ganz individuell Gedanken machen und vielleicht auch mal die Mitarbeiter nach ihrer Meinung fragen.

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