14.01.2022

Achtsamkeit und Resilienz am Arbeitsplatz

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Die heutige Arbeitswelt befindet sich in einem radikalen Veränderungsprozess, der von Unternehmen, Mitarbeitern und Führungskräften verlangt, sich an veränderte Aufgaben zu gewöhnen und immer wieder neue Kompetenzen zu erwerben. Dies bedeutet nicht selten für die Betroffenen Herausforderungen und daraus ableitend Stress. Entsprechend dieser Entwicklung ist es schon jetzt unabdingbar, sich das Future Skill Resilienz anzueignen und Achtsamkeit zu üben.

Was versteht man unter Achtsamkeit und Resilienz?

Achtsam sein bedeutet, den gegenwärtigen Moment, das Hier und Jetzt, bewusst wahrzunehmen und zu erleben. Zum Konzept des achtsamen Meditierens gehört auch, das dabei Wahrgenommene möglichst wertfrei zu beobachten und zu akzeptieren. Resilienz hingegen wird auch als „Immunsystem der Seele“ bezeichnet. Es handelt sich um die Fähigkeit oder Kraft, gut mit Stress, Krisen und traumatischen Erlebnissen umgehen zu können und im besten Falle sogar aus diesen gestärkt hervorzugehen. Diese Widerstandsfähigkeit lernen „resiliente“ Menschen bereits in ihrer Kindheit, aber wir können sie uns auch später noch antrainieren Resiliente und achtsame Menschen finden meist – egal welchem Stress, welchen Herausforderungen oder welchen Traumata sie ausgesetzt sind – vergleichsweise schnell wieder ihre psychische Balance. Ihnen fällt es in der Regel leichter, dem Wandel gelassen zu begegnen als vulnerablen Menschen.

Die sieben Säulen der Resilienz

Spricht man von Resilienz, so sollte man auch die dazugehörigen Resilienzfaktoren betrachten. Das sind sieben Charaktereigenschaften, die es Menschen leichter machen, mit Stress und Krisen umzugehen.

Die 7 Säulen der Resilienz
Abbildung 1: Die 7 Säulen der Resilienz nach Ursula Nuber

Führungskräfte bedürfen all dieser Fähigkeiten, um auch in Krisen dem eigenen Team als Anlaufstelle und Orientierungshilfe zuverlässig zur Seite stehen zu können. Sie müssen selbstbewusst auftreten, um in ihrer Rolle als souveräne Leitfigur wahrgenommen zu werden. Sie benötigen eine ausgeprägte Kontaktfreude für erfolgreiches Networking innerhalb des Teams, aber auch mit wichtigen Geschäftspartnern. Darüber hinaus müssen sie gefühlsstabil sein. Das bedeutet, dass sie sowohl ihre eigenen Emotionen bewusst wahrnehmen und analysieren können, aber auch mit den Emotionen der Mitarbeiter umgehen können. Führungskräfte sollten optimistisch in die Zukunft schauen können, selbst wenn einmal etwas im Team oder bei Mitarbeitern schiefläuft. Eine ausgeprägte Fehlerkultur kann hier sehr nützlich sein und hilft der Führungskraft dabei, das Geschehene sachlich zu analysieren und gleichzeitig auf die Mitarbeiter eingehen zu können. Die Handlungskontrolle ist für Führungskräfte immanent wichtig, da sie das eigene Handeln und die damit verbundenen Auswirkungen in den Vordergrund stellt. Das bedeutet auch, dass Führungskräfte sich in einer Krise nicht ausgeliefert fühlen, sondern wissen, dass sie die Situation selbst in der Hand haben. Realistische Ziele sollte eine Führungskraft sowohl für sich selber als auch für die einzelnen Mitarbeiter und Teams entwickeln. Dieser Realismus hilft ihnen auch dabei, Herausforderungen und Krisen konstruktiv zu begegnen. Letztlich braucht eine Führungskraft auch eine gute Analysestärke. Vor allem geht es dabei darum, in Denken und Handeln flexibel zu sein und die Ursachen negativer Erlebnisse zu identifizieren, um daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen.

Aufgaben der Führungskraft

Resilienz und Achtsamkeit sind für alle Mitarbeiter und im besonderen Maße für Führungskräfte relevant. Der Erfolg des Unternehmens baut auf dem Erfolg jedes Einzelnen auf und hängt maßgeblich von der Resilienz jedes Einzelnen ab. Das lässt sich auch auf die Effizienz von Teams übertragen. So sind Führungskräfte angehalten, nicht nur sich selber in Resilienz und Achtsamkeit zu trainieren und für diese Sorge zu tragen, sondern auch für ihre Teams und Mitarbeiter. Ein wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang liegt in der Motivationsfähigkeit der Führungskraft und in deren Möglichkeiten, das Kohäsionsgefühl der Teammitglieder und weiterer Mitarbeiter zu stärken.

Resilienz und Achtsamkeit sind aber auch insbesondere in der heutigen Zeit von Homeoffice und virtueller Zusammenarbeit besonders wichtig. Die lange Dauer der Pandemie – welche in allen Lebensbereichen große Herausforderungen mit sich bringt – hat gezeigt, wie anfällig Führungskräfte und Mitarbeiter gegenüber dem Dauerstress und der daraus resultierenden Erschöpfung sein können. Vor diesem Hintergrund ist die Bedeutung von Resilienz und Empathie der Führungskraft, aber auch der Widerstandsfähigkeit jedes Einzelnen stark gestiegen. Hinzu kommen die Herausforderungen der Digitalisierung, die viele Menschen unter Stress setzen, da sie sich mit ganz neuen Programmen und Techniken auseinandersetzen müssen.

Auch das kollaborative Arbeiten hat in den vergangenen zwei Jahren deutlich zugenommen, so dass auch hier neue, teils stressfördernde Anforderungen für die Mitarbeiter entstanden sind. All diesen Anforderungen gilt es als Führungskraft souverän und mit eigener Resilienz und Achtsamkeit ausgestattet zu begegnen. Nicht selten hilft bei der Förderung dieser Skills auch der Einsatz eines Coachings, das den Betroffenen die nötigen Hilfestellungen an die Hand geben kann.

Wie kann man Resilienz steigern?

Führungskräfte können mit unterschiedlichen Techniken und Methoden ihre innere Stärke fördern. Hierzu zählen beispielsweise der Aufbau und die Pflege sozialer Beziehungen, die Selbstreflexion der eigenen Stärken und Schwächen, das strategische Angehen von Herausforderungen und Problemen oder auch das aktive Reduzieren von Stressfaktoren im Alltag. Je resilienter eine Führungskraft ist, desto besser kann sie in den unterschiedlichsten Situationen als solche agieren und mit einem flexiblen Führungsstil punkten.

Wichtig ist für Führungskräfte aber auch, dass sie lernen, stolz auf Erfolge – und seien sie noch so klein – zu sein und nicht in eine Perfektionismusspirale zu verfallen. Manchmal können auch 80% bereits völlig ausreichen, um erfolgreich zu sein, und man muss nicht immer 100% oder erreichen. Dies alles bedeutet für Führungskräfte aber auch – und das ist ganz besonders wichtig – sich selber und seine Fähigkeiten und Leistungen – zu akzeptieren.

Fazit

Resiliente Führungskräfte bringen die nötige Achtsamkeit und Widerstandskraft mit, um ihre Teams und Mitarbeiter dahingehend zu fördern, zu führen und zu begleiten. Sie kennen ihre eigenen Stärken und Schwächen, denn nur, wer sich selber einzuschätzen weiß, kann auch andere richtig beurteilen. Resiliente Führungskräfte sind zudem empathischer als gestresste und können so auch eher wahrnehmen, wenn es im Team zu Problemen kommt.

Empathie, welche mit emotionaler Intelligenz einhergeht, hat bereits heute für Führungskräfte einen viel größeren Stellenwert, als dies in früheren Jahren der Fall war. In Zukunft, gerade auch im Hinblick auf die sich verändernden Bedürfnisse von Mitarbeitern und Teams, wird diese Fähigkeit von noch größerer Bedeutung für Führungskräfte werden. Ein empathischer Umgang ist hilfreich, um Stress und daraus entstehende Konflikte zu reduzieren. Dies bietet einen unschätzbaren Vorteil, denn so können Führungskräfte frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um psychologische Stabilität im Team zu generieren bzw. zu bewahren.

Bildnachweis: ©stock.adobe.com / Pixel-Shot


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