06.07.2018

Logistik in der Stadt - die aktuelle Entwicklung

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Logistik in der Stadt – die aktuelle Entwicklung

Morgens noch schnell was im Internet bestellt, abends klingelt schon der leicht gestresste Paketbote, der einem den Karton am liebsten vor die Füße schmeißen möchte, weil er einfach keine Zeit hat. Über drei Milliarden Pakete wurden allein schon 2016 in Deutschland ausgeliefert und die Zahl steigt weiter.
Versprechungen wie „Same-Day-Lieferung“ tragen nicht dazu bei die Lage zu entspannen – ganz im Gegenteil. Die Pakete müssen noch schneller beim Kunden sein, was in den Innenstädten regelrecht für Verkehrschaos sorgt. Deshalb gibt es immer mehr innovative Logistikideen für die Zentren.
UPS hat ein Pilotprojekt mit einem LKW gestartet. Der Laster steht gut erreichbar in Frankfurt, in der Nähe der Börse. Fahrradkuriere holen die Pakete aus dem Laderaum und bringen sie zum Kunden. Ist der LKW leer, fährt er aus der Stadt und wird neu beladen. In Stuttgart testet das Fraunhofer IAO eine App mit der ein Stellplatz in einem Parkhaus reserviert werden kann. Dort fahren dann vollbeladene LKW, Sprinter und Co. rein - Lastenräder holen die Ware ab und verteilen sie. Auch leerstehende Shoppingcenter oder Kaufhäuser dienen als Lagerräume.

Wie soll sich innerstädtische Logistik in Zukunft entwickeln?

Häufig ist das Problem, dass kaum Fläche zur Verfügung steht, um neue Lagerräume zu bauen und die bestehenden Immobilien dafür gar nicht ausgelegt sind. Meist fehlen zum Beispiel geeignete Zufahrten für die LKW. Das Lastenfahrrad scheint derzeit ein beliebtes Mittel für die Lieferung in der City zu sein. Es ist wendig genug, kann sich in den Straßen der Stadt flexibel bewegen, im Gegensatz zum LKW. Dazu kommt, dass immer mehr Menschen Wert auf Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Lärmschutz legen. Da scheint das Fahrrad als geräuschloses, emissionsarmes Verkehrsmittel die beste Lösung zu sein. In Berlin sollen beispielsweise zwölf Lastenfahrräder der größten Paketzusteller Deutschlands in Zukunft Pakete, im Umkreis von drei bis fünf Kilometern, rund um den Prenzlauer Berg liefern. Ein bisher einmaliges Pilotprojekt, das auf ein Jahr ausgelegt ist. Das Umweltministerium und die Kooperationspartner haben dafür sieben 20-Fuß-Container aufgestellt. Dort werden die Pakete von LKW und Sprintern deponiert, die Lastenräder bringen sie von dort zum Endkunden.

Bisher gibt es noch keine kostengünstige Lösung

Die Paketdienste sagen jetzt schon, dass solche Mikro-Depots zwei bis viermal soviel kosten als wenn ein Lieferfahrzeug einfach direkt zum Kunden fährt. Klingt nicht gerade nach der ultimativen Lösung. Trotzdem soll noch ein zweites Mikro-Depot in Berlin errichtet werden, in Charlottenburg. Das Umweltministerium und die Kooperationspartner versprechen sich offenbar viel von dieser Lösung.
Die Liefer-Drohne ist auch immer wieder mal im Gespräch. Das Problem dabei: Sie kann nur wenig Ladung auf einmal transportieren. Außerdem würde es in der Luft nur noch surren, wenn in Zukunft jedes Paket per Drohne ausgeliefert werden würde. Nicht umsonst schreibt beispielsweise die dpd group auf ihrer Internetseite, dass sie Drohnen nur für Eillieferungen oder bei Naturkatastrophen für Lieferungen in schwer erreichbare Gebiete einsetzen wollen. Drohnen scheinen also sinnvoll für die Lieferung von Medikamenten, Essen oder dringenden Akten. Doch für die immer größere Zahl an Paketen ist die Drohne aktuell keine zukunftsfähige Lösung.
Sicher ist, dass Kunden in Zukunft ihre Pakete nicht mehr direkt an die Haustür geliefert bekommen, denn das ist einfach zu teuer. Die Alternative sind Sammelstellen und Paketautomaten, ähnlich der Packstation von DHL und den Amazon-Abholstationen „Amazon Locker“, die jetzt schon in einigen deutschen Supermärkten stehen. Es wird in Zukunft wahrscheinlich also weniger Kundenkontakt geben, dafür mehr Automaten und mehr Anonymität.

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