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25.04.19
Erfolgreich das erste Bewerbungsgespräch führen

Ganz frisch im Chefsessel angekommen kann es die ein oder andere Aufgabe geben, bei der Sie nicht genau wissen wie Sie diese am erfolgreichsten lösen. Dazu zählt sicher auch das erste Bewerbungsgespräch in der Position des Entscheiders. Worauf müssen Sie achten, was sind die üblichen Fehler und worauf sollten Sie am besten verzichten? Diese Fragen klären wir und geben Ihnen einen Leitfaden für Ihr erstes Bewerbungsgespräch als Chef.

Vorbereitung des Vorstellungsgesprächs

Sie sollten sich schon vor Beginn des Gesprächs den Aufbau und Ablauf des Gesprächs überlegen, um selbst nicht den Faden zu verlieren. Diesen Ablauf können Sie auf einem Notizblock bereithalten, um während des Gesprächs Ihren Plan im Auge zu haben. Zu Vorbereitung gehört unter anderem das Bereitstellen von Getränken und eventuell sollten Sie Ihren Arbeitsplatz aufräumen. Chaos wirkt auf den Bewerber nicht professionell. Es ist außerdem hilfreich die Sitzordnung festzulegen. Sollten noch weitere Teilnehmer aus der Firma beim Gespräch dabei sein, sprechen Sie sich ab wer wann welche Fragen stellt. Wichtig dabei: Nie vor dem Bewerber untereinander diskutieren, warten Sie mit der Diskussion bis der Bewerber den Raum verlassen hat.

Ablauf eines Bewerbungsgesprächs

Alle Beteiligten des Vorstellungsgesprächs sollten vor dem Bewerber im Raum sein. Ein späteres Eintreffen verursacht unnötige Unruhe. Sie sollten auch im Vorfeld schon klären, wer sich Notizen zu dem Bewerber macht. Damit Sie bei der späteren Durchsicht der Kandidaten nicht den Überblick verlieren und eventuell wichtige Details zum Bewerber vergessen. Ist der Bewerber angekommen versuchen Sie die erfahrungsgemäß etwas angespannte Stimmung durch lockeren Small-Talk zu lösen. Sie können den Bewerber fragen ob er alles gut gefunden hat oder über das Wetter sprechen. Anschließend stellen Sie dem potenziellen Mitarbeiter alle Gesprächsteilnehmer vor. Nun beginnen Sie das Vorstellungsgespräch:

  • Fragen Sie den Bewerber nach seiner Erfahrung, seiner Motivation und seinen bisherigen Erfolgen. So können Sie feststellen, ob der Kandidat wirklich der Richtige für die ausgeschriebene Stelle ist. 
  • Jetzt ist es an Ihnen die offene Stelle im Detail vorzustellen, die Aufgaben und Zuständigkeiten zu beschreiben.
  • Nach Ihrer Beschreibung der Stelle hat der Bewerber sicher Fragen. Geben Sie ihm die Möglichkeit diese loszuwerden.
  • Wenn alle Fragen geklärt sind, können Sie das Gespräch damit beendet indem Sie erklären wie der weitere Ablauf ist. Wie der Kandidat benachrichtigt wird und wie lange es bis zur Benachrichtigung ungefähr dauern wird.

Die Tricks im Bewerbungsgespräch

Bevor Sie die zahlreichen Psychotricks in einem Ihrer Bewerbungsgespräche anwenden, stellen Sie sich die Frage welches Ziel Sie verfolgen und welche Stimmung Sie in dem Gespräch schaffen wollen. Ist Ihr Führungsstil eher respektvoll, aber freundschaftlich, dann sollten Sie auf Tricks im Bewerbungsgespräch verzichten. Diese könnten sonst die spätere Zusammenarbeit negativ beeinflussen. Sind Sie der Meinung, dass ein Chef eher eine distanzierte Beziehung zu seinen Angestellten haben sollte und es Ihnen vor allem um ein hohes Leistungsniveau geht, dann können Psychotricks hilfreich sein, um beispielsweise die Stressresistenz eines Kandidaten zu testen. 

  • Drucken Sie in der Vorbereitung das Bewerbungsfoto des Kandidaten in Übergröße aus. Im Gespräch halten Sie das Bild hoch und fragen: Ist das Ihrer Meinung nach ein übliches Bewerbungsfoto? Damit wird der Bewerber nicht rechnen und an seiner Reaktion können Sie erkennen wie spontan und schlagfertig er in Stresssituationen ist. 
  • Stellen Sie den Lebenslauf in Frage. Sie könnten beispielsweise ganz direkt fragen, ob er seinen Lebenslauf geschönt hat. Auch mit dieser direkten Frage wird er nicht rechnen und eventuell aus dem Gesprächstakt kommen. 
  • Sie können auch nach dem größten Misserfolg im Leben fragen und dem Umgang mit diesem Misserfolg. 

Diese drei Beispiele sind nur einige von zahlreichen Möglichkeiten Bewerber aus der Fassung zu bringen. Dabei ist hinterher nicht eine umfassende Psychoanalyse das Ziel, sondern schlicht und einfach das aus dem Takt bringen des Bewerbers. Oft sind die Kandidaten so gut vorbereitet und spulen ihren Text ab, dass es Chefs und Entscheidern schwer fällt den echten Menschen dahinter zu erkennen. Bringen Sie den Bewerber aus dem Takt, ist es wahrscheinlicher, dass er sein wahres Ich zeigt. Lässt er sich schnell provozieren und antwortet unhöflich, können Sie daran ableiten wie professionell er sich in beruflichen Stresssituationen verhält.

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