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09.05.19
Mitarbeiter-Motivation - Als Führungskraft richtig Feedback geben

In vielen deutschen Unternehmen gibt es das Jahresgespräch. Ein Termin, bei dem wohl jeder Mitarbeiter darüber spekuliert was ihn erwartet. Hat der Chef ein Jahr lang meine Fehler dokumentiert? Wird es auch positive Rückmeldungen geben? Vielleicht sogar eine Gehaltserhöhung? Laut einer aktuellen Umfrage des Personaldienstleisters Randstad gibt es in deutschen Unternehmen viel zu selten Feedback. In der Umfrage wurde nach der Häufigkeit von Mitarbeitergesprächen in der Firma gefragt. 35% der Befragten haben einmal im Jahr ein solches Gespräch, 32% sogar nie. Nur 4% haben wöchentlich ein Gespräch mit ihrem Vorgesetzten.

Regelmäßiges Feedback ist motivierend

Das Ziel jedes Vorgesetzten sollten motivierte Mitarbeiter sein, die auch mal innovative Ideen mitteilen, um das Unternehmen weiterzuentwickeln. Damit Mitarbeiter überhaupt den Mut haben ihre Ideen mitzuteilen, muss es in der Firma eine gesunde Feedback-Kultur geben. Was Negatives zu sagen, das fällt erstaunlicherweise leicht. Auf Fehler aufmerksam machen ist natürlich wichtig, aber wie überall gilt auch hier: der Ton macht die Musik. Die Kritik sollte objektiv bleiben, Vorwürfe sind nicht angebracht. Die Tatsachen sollten bei der Kritik im Fokus stehen, wer persönlich wird, der wird keine gesunde Feedback-Kultur aufbauen können.

Empathie ist entscheidend in der Feedback-Kultur

Niemand hört es gerne, wenn er einen Fehler gemacht hat. Deshalb ist es wichtig die Reaktion des Mitarbeiters im Auge zu behalten. Wirkt ein Mitarbeiter nach dem Feedback gekränkt, ist es angebracht zu betonen, dass die Kritik an seiner Arbeit nichts mit seiner Person zu tun hat und das Feedback nur dabei helfen soll die Dinge in Zukunft besser zu machen. Ein Perspektivwechsel kann bei einem Feedback-Gespräch ebenfalls sehr hilfreich sein. Sich in die Lage des Mitarbeiters zu versetzen und sich zu überlegen wie er sich fühlt, kann zu einem positiveren Gesprächsverlauf für beide Seiten führen. 

Lob muss ehrlich sein

Für die Motivation ist ehrliches Lob entscheidend. Wenn Mitarbeiter ausschließlich Fehler-Feedback bekommen entmutig das auf Dauer. Das sorgt dann auch dafür, dass innovative Ideen gar nicht erst mitgeteilt werden, aus Unsicherheit. Um die Motivation der Mitarbeiter aufrecht zu erhalten sollte häufiger echtes, ehrliches Lob ausgesprochen werden. Nicht ernst gemeintes Lob oder ein dahingeschludertes „Gut gemacht“ kann sogar dazu führen, dass sich der Mitarbeiter nicht ernst genommen fühlt. Egal ob etwas gut oder etwas schlecht gemacht wurde, es sollte direkt angesprochen werden. Ein Jahr lang alles zu sammeln und dann beim Jahresgespräch auf den Tisch zu bringen, das ist sicher nicht die beste Herangehensweise. Nur wer regelmäßiges Feedback mit konkretem Bezug zu einer Situation bekommt, kann seine eigene Leistung einschätzen und sich im besten Fall weiterentwickeln. 

Personalführung ist in den Kursen der BildungsAkademie Graf ein wichtiges Thema. Wir zeigen Ihnen wie Sie als Vorgesetzte Ihre Mitarbeiter richtig führen. 

Foto: Pormezz/Fotolia